Herr Dr. Kull fasst im Gespräch mit Herrn Moser die Erfahrungen aus seinem Arbeitsjahr beim zahnarztzentrum.ch in Brugg zusammen (13.01.2016)

Vor mehr als einem Jahr haben Sie sich entschieden, Ihre Praxis an das zahnarztzentrum.ch zu verkaufen. Wie haben Sie den Verkaufsprozess erlebt? (Peter Moser)

Aufgrund der Notwendigkeit, den Mietvertrag fristgerecht zu kündigen, haben wir die Verkaufsverhandlungen sehr beschleunigt geführt. Neben dem zahnarztzentrum.ch hatte ich einen ca. 50-jährigen Parodontologen als Interessenten der Praxis. Als dieser aus privaten Gründen absagte, habe ich die Verkaufsverhandlungen mit dem zahnarztzentrum.ch fortgeführt. Der Angebots- und Kaufprozess war schlank und transparent und ich war diesbezüglich zufrieden.

Wurden aus Ihrer Sicht alle vereinbarten Vertragspunkte von Seiten des zahnarztzentrum.ch eingehalten?

Es wurden alle Vertragspunkte zu meiner vollsten Zufriedenheit eingehalten.

Haben die Unterstützung in Bezug auf den Umzug und den Praxisrückbau funktioniert?

Der Umzug und der Rückbau haben ohne Probleme funktioniert; ich war hier sehr zufrieden. Der DH-Rabatt-Gutschein war allerdings nicht gut. Dieser war irritierend abgefasst.
(Anmerkung Peter Moser: Diese Massnahme wurde auf Basis der Rückmeldung von Dr. Kull inzwischen überarbeitet/gestrichen.)

Wie sind Ihre Mitarbeiter mit den Veränderungen zurechtgekommen?

Frau Corrado hat sich sehr gut eingelebt und fühlt sich auch wohl. Sie ist nun auch immer stärker das Bindeglied zwischen den Patienten und Frau Dr. Bader und wird ab dem Zeitpunkt meiner Pensionierung eine noch wichtigere Rolle spielen. Sie führt die Recalls durch und bereitet die Patienten auf den Ärzteübergang vor. Da nur jene Patienten, die ab Dezember gekommen sind, von mir informiert wurden, dass ich Ende Februar in Rente gehe, ist eine grosse Zahl an Patienten beim nächsten Recall-Kontakt diesbezüglich zu informieren. Meine Dentalhygienikerin hat kurz nach dem Wechsel gekündigt (nach zwei Monaten). Sie war in meinem Praxisbetrieb von gewissen Tätigkeiten befreit, die klassischerweise zum Berufsbild der DH gehören und hätte sich nach dem Umzug an die Abläufe beim zahnarztzentrum.ch anpassen müssen. Durch Ihren Abgang haben wir wahrscheinlich auch einige Patienten verloren. Das lässt sich aber nie so ganz genau sagen.

Fühlen Sie sich im Team wohl?

Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Wenn ich ein Anliegen hatte, wurde mir dieses immer erfüllt. So wurde im zahnarztzentrum.ch ein Lift eingebaut, damit die älteren Patienten auch behandelt werden können. Für mich war es eine grosse Erleichterung, dass ich die Verantwortung für den Praxisbetrieb nicht mehr hatte. Ich musste niemanden mehr einschulen, kündigen etc. Auch für die administrativen Abläufe ausserhalb meiner eigenen Patienten war ich nicht mehr verantwortlich. Das ist enorm erleichternd.

Konnten Sie aus medizinischer Sicht so weiterarbeiten, wie Sie es gewohnt waren?

Ich habe weiterhin mit meinem Zahntechniker zusammengearbeitet. Auch der Zahntechniker, mit dem das zahnarztzentrum.ch aus Brugg arbeitet, ist gut. Die Materialien vom zahnarztzentrum.ch sind gut. Ich habe einige Dinge aus meiner alten Praxis mitgenommen und habe mich danach an die Dinge vom zahnarztzentrum.ch angepasst. Der Rolli, den ich für die Versorgung meiner Instrumente zur Verfügung hatte, war nützlich. Der Platz in den Sprechzimmern ist aber sehr knapp. Wenn man chirurgisch arbeitet mit zwei Dentalassistentinnen, dann wird es sehr eng. Es wäre gut, wenn ein Sprechzimmer in einem Zentrum jeweils grösser konzipiert wäre, für chirurgische Arbeiten.

Hatten Sie alle für Ihre Arbeit notwendigen Instrumente und Geräte zur Verfügung?

Ja. Es war alles vorhanden, was ich für meine Arbeit benötigte.

Konnten Sie aus organisatorischer Sicht so arbeiten, wie Sie es gewohnt waren?

Nein, in diesem Bereich hat sich für mich viel verändert. Ich hatte früher zwei Assistentinnen und die haben mich abwechselnd bei den Behandlungen begleitet und dann jeweils abwechselnd den Patienten vor- bzw. nachbereitet. Die Dentalassistentin, die gerade nicht am Stuhl assistiert hat, hat das zweite Zimmer vorbereitet bzw. den letzten Patienten nachbereitet. Ich habe nach jeder Behandlung den Arbeitsrapport inkl. Positionsnummern in der Kartei nachgeführt. Die für diese Behandlung verantwortliche Assistentin, die auch bei der Behandlung dabei war, hat diese Positionen nochmals nachkontrolliert und auch die Rechnung freigegeben. Im zahnarztzentrum.ch habe ich mich den Abläufen angepasst und die Digitalisierung der Patientengeschichte am PC selber durchgeführt, während meine Assistentin den OP wieder neu vorbereitet hat. Durch die Anpassung an die Arbeitsabläufe hat sich ein Teil meiner Arbeitszeit von der Behandlung hin in Richtung Administration verschoben, da ich mehr Zeit pro Patientenakte aufwenden musste.

Was kann man besser machen?

—Gerade im ersten Jahr fällt durch die Dateneingabe sehr viel administrative Arbeit an, da alle Patienten neu anzulegen sind. Ab dem zweiten Jahr wäre das deutlich einfacher, da alle Patienten bereits einen Status haben. Es ist von den Abläufen im zahnarztzentrum.ch aber fast nicht anders machbar.

Haben sich Ihre Patienten in den Räumlichkeiten wohl gefühlt?

Die Mitarbeiterin am Empfang ist sehr sympathisch und ihr berndeutscher Dialekt ist bei den Patienten gut angekommen. Auch die Patienten haben auf den Patientenempfang und die telefonisch vereinbarten Recalls eine positive Rückmeldungen abgegeben. Ihr berndeutscher Dialekt kommt auch gut an.

Wie haben die Patienten die Information aufgenommen, dass Sie nach Ablauf des Jahres aufhören werden?

Frau Dr. Bader kommt bei den Patienten sehr gut an. Die Patienten äussern die Angst, dass sie nach meiner Pensionierung laufend andere Behandler haben werden. Ich habe meine Patienten, die ab Dezember bei mir in Behandlung waren, informiert, dass sie von Frau Dr. Bader weiter betreut werden. Hinter ihr, ihrer Einstellung und ihrer Arbeit kann ich voll und ganz stehen. Bei vielen meiner Stammkunden ist es wichtig, auch parodontologische Arbeiten anbieten zu können. Es freut mich, dass Frau Bader sich auch für diesen Bereich interessiert und meine Arbeiten weiterführen möchte. Ich habe unter anderem ein paar Patientinnen, die alle 5 Wochen zu einer derartigen Behandlung kommen.

Wenn Sie auf den Verkauf und das Jahr des Übergangs zurückblicken, wie würden Sie Ihre Erfahrungen zusammenfassen?

In der Summe hat der Verkauf für mich sehr gut gestimmt. Ein grosser Vorteil des Verkaufs war, dass die Angestellten weiter beschäftigt wurden. Man schafft keine Arbeitslosen. Ich bin mit dem Verkauf zufrieden. Die oben angeführten Punkte sind nur Anmerkungen und ich bin mir bewusst, dass das Geld auch verdient sein will. Wenn also irgendwo etwas nicht optimal ist etc. gehört sowas auch mal dazu. Ich hatte es gut im Team und es war ein angenehmes und auch für mich nochmal lehrreiches Jahr. Besonders gut hat es sich angefühlt, die Verantwortung für die Praxisführung und Organisation abgeben zu können.

Vielen Dank für das Gespräch
Peter Moser

Anmerkung: Das Interview wurde von Dr. Kull durchgelesen und in dieser Form freigegeben.